Zum Projektverlauf

1. Projektphase (April 2003 - März 2004)
Die Volkshochschule Langenhagen als Projektträgerin führte unter dem Titel
zunächst eine Bestandserhebung und eine Bedarfsanalyse durch. Zielsetzung war dabei die Entwicklung eines "Vereinbarkeitsplans", der die Bedürfnisse junger Familien sowie den Personalbedarf der örtlichen Wirtschaft miteinander in Einklang bringen sollte. Hierzu wurde im Winter 2003/2004 eine groß angelegte Elternbefragung gemeinsam mit dem Jugendamt durchgeführt. Die Kinderbetreuungssituation und der Betreuungsbedarf in Langenhagen wurde ermittelt. Des weiteren wurden durch mehrere Veranstaltungen und Workshops die Bereitschaft der Betriebe gesteigert, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und -zeiten anzubieten. Ein Erfahrungsaustausch unter Betrieben hinsichtlich gelungener Beispiele wurde initiiert.
Langenhagener Betriebe wurden zum Thema Berufsrückkehrerinnen befragt. Dabei wurde deutlich, dass die Betriebe eine eigenständige Initiative der Frauen zur Weiterqualifizierung während der Elternzeit erwarten. Die Einarbeitungszeiten bei Wiederaufnahme der Beschäftigung sollen dadurch verkürzt werden. Intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie mehrere öffentliche Projektveranstaltungen mit Kinderbetreuung sorgten für einen hohen Bekanntheitsgrad von in Langenhagen.

2. Projektphase (Juli 2004 - Juni 2006)
Geplante Entwicklungsschritte In der zweiten Projektphase werden nun in den drei Handlungsfeldern (Arbeitswelt, Unterstützungs- und Betreuungssysteme, Weiterbildung für Berufsrückkehrerinnen) die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Langenhagen umgesetzt. Workshops, Seminare und Arbeitsgruppen, die sich vertiefend mit dieser Thematik auseinandersetzen, begleiten diesen Prozess.

Handlungsfeld 1: Familienorientierte Arbeitswelt Zwei lokale Betriebe wurden als Trendsetter mit familienfreundlichem Vorbildcharakter gewonnen (Holtmann Messe + Event GmbH, Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH). Derzeit entwickelt sich ein Netzwerk familienorientierter Betriebe. Um diesen Prozess zu unterstützen, organisieren VHS und der Verbund Familie und Betrieb Langenhagen e.V. branchen- oder standortspezifische Workshops zum überbetrieblichen Erfahrungsaustausch.

Handlungsfeld 2: Kinderbetreuung/Unterstützungssysteme sowie Betreuungsmöglichkeiten von Kleinkindern sollen ausgeweitet werden. Das kommunale Tagesmütter-Projekt soll unterstützt und ggf. ausgeweitet werden. In diesem Zusammenhang werden die Tagesmütter qualifiziert, um eine angemessene Betreuungsqualität zu gewährleisten. Bei nur punktuellem Betreuungsbedarf soll eine von Eltern selbst organisierte gegenseitige Hilfestellung durch Bildung und Pflege nachbarschaftlich organisierter Netzwerke unterstützt werden. Die von Eltern ehrenamtlich organisierten Fördervereine, die Nachmittagsbetreuung von Schülern durchführen, benötigen Hilfestellung in Bezug auf Räume, Finanzierung, Professionalisierung und Weiterbildung der dort tätigen Betreuungskräfte. Kostengünstige Ferienbetreuungsangebote für Schüler vor Ort sollen besonders allein Erziehende und berufstätige Eltern entlasten und zumindest die Arbeitszeiten für Teilzeitbeschäftigte abdecken.

Handlungsfeld 3: Weiterbildungsangebote für Berufsrückkehrerinnen Gezielte Informations- und Beratungsangebote für Berufsrückkehrer/innen werden angeboten. Parallel zu den Bildungsangeboten sind Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Alter von 1-3 Jahren vorgesehen. Praktika und Kontaktprogramme zu Betrieben sollen den beruflichen Wiedereinstieg erleichtern. Ein Netzwerk von Berufsrückkehrer/innen soll entstehen und dadurch die Motivation zur Wiederaufnahme der Berufstätigkeit gefördert werden. Gegenseitige Hilfestellung und eine potenzielle Beschäftigungsreserve für Urlaubs-, Krankheits- und Mutterschaftsvertretungen sollen dieses Netzwerk ermöglichen.

 

Der Stadtverwaltung Langenhagen wurde am 22.11.2005 das Grundzertifikat
Audit Beruf & Familie® erteilt.

Mit knapp 50.000 Einwohnern und über 3.500 Gewerbebetrieben ist die Stadt Langenhagen wichtiger Wohn-, Wirtschafts-, Freizeit- und Einkaufsstandort in der Kernrandzone von Hannover. Zum Zeitpunkt der Auditierung waren in der Kernverwaltung der Stadt insgesamt 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon gewerblich 18 %, angestellt 70 % und verbeamtet 12%. Der Anteil weiblicher Beschäftigter lag bei 62 Prozent. Teilzeitbeschäftigt waren 38 Prozent.

Ziele der Auditierung:
- Imagegewinn für Langenhagen als Standort und als Arbeitgeber
- Vorbildfunktion und Vorreiterrolle der Stadtverwaltung für Unternehmen aus der Region mit dem Ziel,   diese für eine familienbewusste(re) Unternehmenspolitik zu gewinnen
- Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit als Arbeitgeber, Attraktivitätssteigerung der   Verwaltungslaufbahn für Qualifizierte (Frauen)
- Förderung der Mitarbeitermotivation
- bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch veränderte Einstellung dazu bei Führungskräften

Vorhandene Maßnahmen:
- Flexible Arbeitszeiten
- Vielfältige Teilzeitmöglichkeiten (auch für Väter und für Führungskräfte)
- Überbetriebliches Engagement in einem Verbundprojekt (FaBeLhaft)
- Qualifikationsmöglichkeiten und Kontaktpflege während der Elternzeit
- Altersteilzeit

Zukünftige Maßnahmen:
- Ausweitung der flexiblen Arbeitszeitmodelle auf Bereiche, für die bisher starre Arbeitszeitmodelle   gelten
- Entwicklung eines familienbewussten Leitbildes für die Stadt(-verwaltung)
- Veränderung der Organisationskultur und der Führung hin zu einer familienbewussten Organisation
- Umfangreiche interne und externe Informationspolitik über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie   (Internet, Intranet, Flyer, Ausstellung)
- Einrichtung eines Eltern-Kind-Zimmers und Aufbau einer Notfallbetreuung
- Aufbau einer Ferienbetreuung in Kooperation mit Fördervereinen in der Kommune

 

Zertifikatsverleihung an Lehrgangsteilnehmerinnen

Mit viel Beifall von Seiten der Politik
(CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Brüning und SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks) und der Verwaltung (Dr. Susanne Schott-Lemmer) nahmen am 14. Januar 2006 die Teilnehmerinnen eines Lehrgangs für Tagesmütter, der von der VHS im Rahmen ihres Projekts FaBeLhaft! erstmalig organisiert und vom Institut "Kompass" durchgeführt wurde, ihr Zertifikat entgegen.
Tagesmütter sind auch in Langenhagen unentbehrlich, um vor allem die Kleinsten, für die bei weitem nicht genügend Krippenplätze zur Verfügung stehen, gut zu betreuen.

Einen weiteren Grundlehrgang führte die Volkshochschule vom 04. 03. bis 22. 04.2006 durch.